Erst die Finanzierungslücke, dann den Kredit berechnen
Notiere für die kommenden Semester realistische Ausgaben und verlässlich verfügbare Einnahmen. Trenne eine dauerhafte monatliche Lücke von einmaligen Ausgaben. Prüfe mit einer geeigneten Studienfinanzierungsberatung zunächst mögliche Förderungen und andere Lösungen. Ein Kredit sollte nicht allein deshalb gewählt werden, weil ein monatlicher Auszahlungsbetrag leicht erreichbar erscheint.
Die Auszahlung ist nur die erste Hälfte der Rechnung
Der KfW: Studienkredit, Zinsen und Rückzahlung zeigt beispielhaft, warum die Vertragsdetails wichtig sind: Sein Zinssatz ist grundsätzlich variabel; in der Auszahlungsphase können Zinsen direkt von der Zahlung abgezogen werden. Das ist eine Produkteigenschaft dieses Angebots, keine Aussage über jeden Studienkredit und keine Empfehlung für einen Abschluss.
- Wie viel Geld kommt tatsächlich monatlich auf deinem Konto an?
- Wie hoch wird die voraussichtliche Schuld bei Ende der Auszahlung?
- Wann beginnt die Rückzahlung und welche Mindestrate ist vorgesehen?
- Wie ändern sich Rate und Gesamtkosten bei höheren Zinsen oder längerer Laufzeit?
- Welche Möglichkeiten bestehen bei Studienunterbrechung oder Zahlungsschwierigkeiten?
Mit drei Szenarien entscheiden
Vergleiche einen planmäßigen Abschluss, ein zusätzliches Semester und einen späteren Berufseinstieg. Verwende dafür die aktuellen Konditionen und einen Tilgungsrechner des jeweiligen Anbieters. Benenne deine Annahmen ausdrücklich; eine Beispielrechnung ist keine Zusage über künftige Zinsen oder dein späteres Einkommen.
Lege Vertragsangebot und Tilgungsplan nebeneinander und lasse unklare Punkte erklären. „Niedrige Monatsrate“ und „geringe Gesamtkosten“ sind nicht dasselbe. Bewahre deine Berechnung auf und prüfe während der Laufzeit regelmäßig, ob du die volle Auszahlung weiterhin benötigst. Wenn die Finanzierung akut nicht tragfähig ist, suche frühzeitig die Sozial- oder Studienfinanzierungsberatung deiner Hochschule beziehungsweise deines Studierendenwerks auf.
Weiterführende Fachquellen